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Presseschau vom 4. März 2019

Liebe Krimifreundinnen und -freunde,

während im Norden der Wind tobt, fliegen im Südwesten die Kamelle. Wenn beides nichts für Sie ist, haben wir hier wieder die wichtigsten Krimilinks der Woche, um Sie auf andere Gedanken zu bringen! Aber bevor es losgeht, zwei kurze Dinge:

Die Antwort auf die Preisrätselfrage von letzter Woche – Sie wussten es natürlich alle – lautete: Charles Heist, der „Wilde Detektiv“ hält ein (krankes) Oppossum in seiner Schreibtischschublade. Die Gewinner*innen sind benachrichtigt, die Bücher sind abgeschickt – der KrimiDetektor gratuliert und wünscht angenehmes, aufregendes, irritiertes Lesevergnügen!

Außerdem gibt es aufregende Neuigkeiten: Der KrimiDetektor steht auf der Vorschlagsliste des Grimme Online Awards! Mit ihm hunderte andere spannende Online-Angebote. Aber wer weiß … drücken Sie uns die Daumen! Vielleicht haben wir ja Glück.

Doch nun endlich: die wichtigsten Krimilinks der Woche:

James Sallis: Willnot, München: Liebeskind 2019Die Krimibestenliste März ist erschienen: Auf Platz 1 wie im Februar „Bluebird, Bluebird“ von Attica Locke. Neu und gleich auf Platz 2: „Willnot“ von James Sallis. Neu und sofort auf Platz 3: „Im Namen des Katers“ von Gary Victor. Neu auf der Liste sind außerdem Heinrich Steinfest: „Der schlaflose Cheng“ (Platz 4), Sara Gran: „Das Ende der Lügen“ (Platz 7), „Die Durchlässigkeit der Zeit“ von Leonardo Padura (Platz 8) sowie „Der gute Sohn“ von Jeong Yu-Jeong (Platz 9). Tobias Gohlis, Sprecher der Jury, hat die Titel wie stets knackig zusammenfasst: Leichen in Willnot und eine Mordserie auf Haiti

Der Existenzialist unter den Krimiautoren: Für Deutschlandfunk Kultur hat Kolja Mensing „Willnot“ von James Sallis besprochen: Eine Zeitreise in Endlos-Schleife

Die beste Detektivin der Welt: Bei Spiegel Online ist Marcus Müntefering begeistert von „Das Ende der Lügen“ von Sara Gran: Wo andere Bourbon trinken, grübelt sie

Kreative und kluge Autorin: Im Bücherjournal des NDR hat sich Julia Westlake mit Simone Buchholz unterhalten: Simone Buchholz zu Gast bei Julia Westlake

Das neue CrimeMag ist erschienen. Darin ist Sonja Hartl nicht durchgehend überzeugt von „The Wife“ von Alafair Burke: An der Seite des Mannes; Johannes Groschupf hat „Die Unscheinbaren“ von Dirk Braun gelesen: Ein deutscher Spion bezwingt seinen Schmerz; Iris Tscharf bespricht „Die Mauer“ von John Lanchester: Die Zeit nach der Mauer ist die Schuld der Alten; Katja Bohnet ist weitgehend angetan von „Lola“ von Melissa Scrivner Love: Respektabler Bodycount; Alf Mayer hat mit Katja Bohnet über ihren neuen Roman „Krähentod“ gesprochen: „Ich beschäftige mich nicht lange damit, ob man etwas darf oder nicht“; und das ist nur ein kleiner Teil des proppenvollen Magazins.

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Sara Gran: Das Ende der Lügen, München: Heyne Hardcore 2019

Mehr ein Detektiv des Gefühls: In der Frankfurter Rundschau ist Sylvia Staude angetan von „Der schlaflose Cheng“ von Heinrich Steinfest: Auf der Spur einer Tulpenblüte

„Ein guter Kriminalroman ist eben immer auch ein Gesellschaftsroman“: Für Radio Bremen hat Martina Bittermann „Die zweite Welt“ von Christine Lehmann gelesen.

Epochaler Thriller, Abrechnung mit der amerikanischen Politik: Bei WDR 5 spricht Ulrich Noller über „Jahre des Jägers“ von Don Winslow: „Jahre des Jägers“- Spektakulärer Drogenkrieg Roman

Ebenso brisant wie spannend: Im Tages-Anzeiger ist Hanspeter Eggenberger schwer beeindruckt von „Jahre des Jägers“ von Don Winslow: Das ist wohl der Krimi des Jahres

Schrille Provinz: In der PRESSE bespricht Antonia Löffler „Der wilde Detektiv“ von Jonathan Lethem: Am wilden Rand der Gesellschaft

Opportunismus, Korruption, Habsucht: Für Spiegel Online hat Romain Leick „Die Farben des Feuers“ von Pierre Lemaitre gelesen: Triumph der Egos

Annette König empfiehlt bei Radio SRF 1 Jeong Yu-Jeong: Der gute Sohn, Zürich: Unionsverlag 2019vier Kriminalromane: „Die Durchlässigkeit der Zeit“ von Leonardo Padura, „Palm Beach, Finland“ von Antti Tuomainen, „Der dunkle Garten“ von Tana French sowie „Weißer Tod“ von Robert Galbraith (Joanne K. Rowling): Mit diesen vier Krimis springe ich in den Frühling

„Es pocht der Wind, das Blut, das Was“: In der Stuttgarter Zeitung ist Georg Patzer so gar nicht überzeugt von „Der Turm der blauen Pferde“ von Bernhard Jaumann: Wo die Dämmerung Besitz ergreift

Schwedenkrimi ohne Schweden: Krimitipp von WDR 2 ist „West of Liberty“ von Thomas Engström. Oliver Steuck stellt das Buch vor.

Plastisches Sittengemälde der schwedischen Gesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts: Bei NDR Kultur bespricht Agnes Bührig „1793“ von Niklas Natt och Dag: „1793“ – ein historischer Krimi aus Schweden

Der „Tatort“ im Kreuzgemangel

Treue- zu Reuepunkten: Zunächst ganz okay, dann aber mit Schwächen – so beurteilt Cornelius Pollmer in der Süddeutschen Zeitung den gestrigen „Tatort“ „Das Glück der anderen“ aus Kiel: Neid, der sich nicht allein nach innen frisst

Doller Auftakt, beeindruckende Tatort-Logo via Wikipediaschauspielerische Leistung, gute Milieuschau, aber auf der Krimiebene nicht überzeugend: Ulrich Noller findet bei WDR 5 den gestrigen „Tatort“ aus Kiel eher durchwachsen: „Das Glück der Anderen“, Tatort aus Kiel

Von heiterem Eigensinn: Bei Zeit Online ist Matthias Dell gut gelaunt, da der gestrige „Tatort“ „Das Glück der anderen“ ein hübsches Nichts gewesen sei, das jedoch in ein Märchen mit tollen Bildern mit viel Platz für Quatsch verwandelt wurde: Herr Dell hatte keine Feinde

Über den deutschsprachigen Krimirand hinaus

„Winslow writes like someone who’s been to hell and back and can’t wait to talk about the experience“: Für die New York Times hat Marilyn Stasio „The Border“ von Don Winslow gelesen: From Drug Cartels to the Mafia, Crime Runs in the Family

John Lanchester: The Wall, 2019Für die New York Times hat sich Tina Jordan recht kurz mit Lisa Gardner und deren neuen Roman „Never Tell“ beschäftigt: When Real-Life Murder Plays Out in Fiction

„It sounds like the best-timed book of the year“: Für die Washington hat Ron Charles „The Wall“ von John Lanchester gelesen: ‘The Wall’ imagines the wall of Donald Trump’s dreams

„An absorbing crime story and an exploration of grief, betrayal and small-town corruption“: In der Washington Post rezensiert Bill Sheehan „Cemetery Road“ von Greg Iles: Greg Iles bounced back from a catastrophic car crash with a monumental trilogy. He’s not done.

Im Guardian bespricht Jake Arnott „The Plotters“ von Un-Su Kim: The Plotters by Un-su Kim review – a sniper in Seoul

Sue Grafton Memorial Award: Der Verlag G. P. Putnam Son’s hat gemeinsam mit den Mystery Writers of America, dem US-amerikanischen Schriftsteller*innenverband, den Sue Grafton Memorial Award ausgelobt für Krimiserien mit weiblichen Hauptfiguren. Verliehen wird der Preis erstmals am 25. April 2019 bei der jährlichen Edgar-Award-Verleihung in New York. Nominiert ist unter anderem Sara Paretsky mit „Shell Game“: MWA And G.P. Putnam’s Sons Announce The Sue Grafton Memorial Award

Schamloses Plagiat! Tom Gauld löst im Guardian ein unerhörtes Verbrechen:

Das war’s für heute!

Viel Vergnügen mit den Links!

Herzlich,
Ihre
Kirsten Reimers

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