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Presseschau vom 12. Februar 2018

Liebe Krimifreundinnen und -freunde,

andernorts wird Karneval oder Fasching gefeiert, wir feiern lieber gute Kriminalromane. Deshalb gibt es auch heute jede Menge frische, spannende, wichtige, tolle neue Krimilinks – jeder für sich bereits ein Grund zu feiern, in der Menge ein Fest!

Dror Mishani: Die schwere Hand, Zsolnay 2018Meister des israelischen Krimis: In der ZEIT bespricht Tobias Gohlis „Die schwere Hand“ von Dror Mishani: Männer, die fragen

Ein poetischer Krimi und eine Südstaaten-Groteske: In ihrer Kolumne „Mord und Ratschlag“ beim Perlentaucher bespricht Thekla Dannenberg „Am roten Fluss“ von Marcie Rendon und „Smonk“ von Tom Franklin: Fährte einer toten Seele

Markanter Kontrapunkt zur amerikanischen Sicht auf den Vietnamkrieg: In der Neuen Zürcher Zeitung ist Katharina Borchardt angetan von „Der Sympathisant “ von Viet Thanh Nguyen: In diesem Vietnam-Roman bekommt jeder sein Fett ab

Russische Waffen, IRA-Aktivisten und Vergangenheit, die nie vergeht: In der FAS ist Peter Körte begeistert von „Vagabond“ von Gerald Seymour: Der letzte Fluchtort des Moralisten

„Skurriler und wendungsreicher Krimi mit viel finnischem schwarzen Humor“: Beim Deutschlandfunk Kultur mag Sonja Hartl „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ von Antti Tuomainen: Mit dem Tod vor Augen geht alles leichter

„Eine moralische Zwickmühle gegen Hinrichtungen“: Für die Literarische Welt hat Elmar Krekeler „13 Stufen“ von Kazuaki Takano gelesen: Warum die Todesstrafe unsinnig, unmenschlich ist

Realitätsverankerte Großstadtkrimis mit erzählerischer Wucht: Bei Faust-Kultur porträtiert Kirsten Reimers – also, äh, hüstel, ich – die Krimiautorin Simone Buchholz: Großstadtwesternkrimis

Für seine Sendung „Noller liest“ (Cosmo) hat Ulricht Noller „Die schwere Hand“ von Dror Mishani, „Korrupt“ von Mike Nicol und „Gravesend“ von William Boyle gelesen: Dror Mishani, Mike Nicol, William Boyle: Aktuelle Kriminalliteratur aus Israel, Südafrika und den USA

Kluge Beobachtungen und stimmungsvolleLawrence Block.: Nighthawks, Droemer 2017 Beschreibungen: Für NDR Kultur hat Ulrike Sárkány „Speicher 13“ von Jon McGregor besprochen: Ein Kind verschwindet

Eine Edward-Hopper-Anthologie der ganz besonderen Art: In der Stuttgarter Zeitung ist Hans Jörg Wangner sehr angetan von „Nighthawks“, herausgegeben von Lawrence Block: Richtig gute Stücke

„Ein tolles Debüt“: Bei Radio Bremen ist Jutta Günther angetan von „Seht, was ich getan habe“ von Sarah Schmidt.

Kurze Dialoge, eine lakonische Sprache und eine zweifelhafte Moral: In der Stuttgarter Zeitung bespricht Georg Patzer „Der Klügere lädt nach“ von Castle Freeman: Spaß beim Lesen

„Genau so muss Kriminalliteratur sein“: Im Tages-Anzeiger ist Hanspeter Eggenberger hingerissen von „Fast ein guter Plan“ von Wallace Stroby: Frauen rauben anders

In der Februar-Ausgabe von Literaturkritik.de bespricht u. a. Martin Gaiser „Selbstjustiz“ von Tanguy Viel, Lisette Gebhardt „Der Sonnenschirm des Terroristen“ von Iori Fujiwara und Walter Delabar „Niemals“ von Andreas Pflüger, „Bios“ von Daniel Suarez sowie „Neonregen“ von James Lee Burke.

200 Jahre Frankenstein: Für Bayern 2 hat Cornelia Zetzsche mit August Zirner gesprochen, der den Roman von Mary Shelly für Bühne und Hörbuch adaptiert hat: August Zirner über Frankenstein und Donald Trump

Im New Yorker schreibt Jill Lepore über die Entstehung von Shelleys „Frankenstein“: The Strange and Twisted Life of “Frankenstein”

Der „Tatort“ in der Mangel

Tolle Tanzeinlagen und Explosionen: Luise Tatort-Logo via WikipediaChecchin (Süddeutsche Zeitung) hat sich beim gestrigen „Tatort“, „Der kalte Fritte“ aus Weimar, amüsiert: In diesem Weimarer „Tatort“ ist die Handlung noch egaler als sonst

„Voller Augenzwinkern“: Auch Inna Hartwich von der Neuen Zürcher Zeitung fand den gestrigen „Tatort“ unterhaltsam: «Tatort»: Dorn schickt Lessing ins Puff

Statt Unwillen: Matthias Dell (Zeit Online), der die bisherigen Weimarer „Tatorte“ nicht mochte, hat sich diesmal lieber mit dem Drehbuch-Autor Murmel Clausen unterhalten: „Der Zuschauer braucht das“

Über den deutschsprachigen Tellerrand hinaus

Anthony Horowitz hat mit „Forever and a Day“ ein Prequel zu Ian Flemings ersten Jason Matthews: The Kremlin's Candidate, 2018James-Bond-Roman „Casino Royal“ geschrieben, berichtet Roslyn Sulcas in der New York Times: New James Bond Novel Is a Prequel to Fleming’s First

One of America’s most readable spy novelists: In der Washington Post ist David Ignatius schwer angetan von „The Kremlin’s Candidate“ von Jason Matthews: Only one sexy couple can stop a Russian spy from taking over the CIA

Marcy Lynx Qualey bietet auf der Seite Bookwitty einen Überblick über arabische Kriminalliteratur (schon ein bisschen älter, aber immer noch interessant): Arab Crime Fiction and Noir: a Renaissance

„Digested read, digested: Merde happens“: John Crace‘ Pastiche von „Dann schlaf auch du“ von Leila Slimani (im Guardian): Lullaby by Leïla Slimani – digested read

Das Lesen das Leben verlängert, zeigt ja eine Studie, auf die schon die letzte Presseschau des KrimiDetektors verwiesen hat. Dass das Schauen von Fernsehsendungen auf die schiefe Bahn führen kann, zeigt sich derzeit in Darmstadt: Dort stehen eine Frau und ein Mann vor Gericht, die – angeregt durch eine TV-Serie über „Killer-Paare“ – Serienmörder werden wollten: Die Frau und der Mann, die Serienmörder werden wollten

Deshalb: Lesen Sie lieber!

Das war’s für heute.

Viel Vergnügen mit den Links!

Herzlich,
Ihre
Kirsten Reimers

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