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Presseschau vom 27. November 2017

Liebe Krimifreundinnen und -freunde,

der grisselige November hat Norddeutschland fest im Griff, weiter südlich gibt es schon den ersten Schnee – da ist es doch besser, man bleibt zu Hause und liest spannende Krimilinks – nämlich diese hier:

Liza Cody: Krokodile und edle Ziele, Ariadne/Argument 2017Moral über Bord: In der FAZ ist Hannes Hintermeier angetan von „Die Ratten von Perth“ von David Wish-Wilson: Nicht der Hauch einer Spur

Die interessanteste Erzählerin Englands: In der Literarischen Welt bespricht Elmar Krekeler begeistert „Krokodile und edle Ziele“ von Liza Cody: Eine Pennerin kennt die Wahrheit über London

Der Krimi ad absurdum und womöglich in seine reinste Form geführt: In der Süddeutschen Zeitung ist Fritz Göttler betört von „Boy in a White Room“ von Karl Olsberg: Der fremde Körper 

Bomben und Yakuzas: Für die Süddeutsche Zeitung hat Maximilian Sippenauer „Der Sonnenschirm des Terroristen“ von Iori Fujiwara gelesen: Idealismus der Gosse

Von eleganter, lichtdurchfluteter Konstruktion und überzeugender Stringenz: Bei Faust-Kultur porträtiert Kirsten Reimers – also, hüstel, ich – Monika Geier: Subtilität und Subversion

Im Grenzbereich von Philosophie und Psychologie: In der Jungen Welt ist Gerd Bedszent angetan von „Drift“ von Anne Kuhlmeyer: Keine von hier

Drogen, Zwangsprostitution, Organhandel: Beim Deutschlandfunk Kultur bespricht Thomas Wörtche „Kaltes Land“ von Norbert Horst: Mörderische Geschäfte

Hans Jörg Wangner legt sich in der Stuttgarter Zeitung fest: „Smonk“ von Tom Franklin ist für ihn der Krimi des Jahres: Düster, trüb und hoffnungslos

Flirrender Authentizitätseffekt dank präziser Details: Für den Deutschlandfunk Kultur hat Kolja Mensing „Niemals“ von Andreas Pflüger gelesen: Jungsquatsch, aber verdammt gut gemacht

Eine Art alltagsphilosophischer Krimi: In der Frankfurter Rundschau bespricht Sylvia Staude „Frost in Neapel“ von Maurizio de Giovanni: Wenn Polizisten nach Hause gehen

Gut recherchierter, dicht geschriebenerHanna Hartmann: Totengräbers Tochter, Societäts-Verlag 2017 Frankfurt-Krimi: In seiner Kolumne „Blutige Ernte“ im Magazin Strandgut schlägt Alf Mayers Herz für Hanna Hartmanns Flughafen-Krimi »Totengräbers Tochter«

Bei Radio Bremen singt Anja Goerz ein Loblied auf „Sakari lernt durch Wände zu gehen“ von Jan Costin Wagner.

Ebenfalls auf Radio Bremen bespricht Jutta Günther „Am roten Fluss“ von Marcie Rendon.

Ebenso intelligenter wie witziger Politthriller: Im Tages-Anzeiger ist Hanspeter Eggenberger schwer angetan von „Der Mordida-Mann“ von Ross Thomas: Politik ist ein schmutziges Geschäft

Experiment auf dem Papier: Beim Deutschlandfunk ist Maik Brüggemeyer nicht so ganz glücklich mit „Alles über Heather“ von Matthew Weiner: Nicht wie aus dem Leben gegriffen

WDR 2 Krimitipp: Udo Feist bespricht „Flamingo“ von James Lee Burke.

Etwas zwiegespalten ist Christiane Irrgang bei NDR Kultur angesichts von „Blutroter Sonntag“ von Nicci French, dem siebten Roman um die Londoner Psychoanalytikerin Frieda Klein: Frieda Klein will verschwinden

Horst Eckert wurde für seinen Kriminalroman „Wolfsspinne“ am 24. November mit der Herzogenrather Handschelle 2017 ausgezeichnet: Herzogenrather Handschelle 2017 für Horst Eckert

Hinter der Bezahlschranke der Süddeutschen Zeitung spricht Friedrich Ani mit Harald Freiberger und Max Hägler über Geld: „Ich zahlte Vorschüsse zurück, um frei zu sein“

Einen kostenlosen Auszug aus dem Interview mit Friedrich Ani gibt es hier: „Mein Schreiben führt nicht zwangsläufig zu einer Doppelhaushälfte“

Warum die preisgekrönte Investigativjournalistin Petra Reski über die Mafia nur noch in Romanform schreibt, darüber hat Christof Siemes (Die ZEIT) mit der Autorin gesprochen: Vor dem Gesetz

Tatort im KreuzfeuerTatort-Logo via Wikipedia

Vielleicht auch ein Kommentar zum Landleben: Bei WDR 5 findet Ulrich Noller den gestrigen „Tatort“ ganz amüsant mit einem relevanten Thema, wenn auch ziemlich holzschnittartig umgesetzt: „Böser Boden“, Tatort aus Hamburg

Auch Matthias Dell (ZEIT Online) beschreibt den gestrigen „Tatort“ als „merkwürdig“: ein paar Zombie-Anleihen, ein paar Wirklichkeitsreste, wenig Plausibilität: Haarausfall und die Zeugen Jehovas

Ein Anti-Landlust-Krimi: Luise Luise Checchin ist in der Süddeutschen Zeitung auch eher skeptisch: Wutbürger auf Nervengift

Von allem ein bisschen viel: Daniele Muscionico attestiert dem gestrigen „Tatort“ die Ambition zu Großem und ist auch sonst gar nicht mal so unangetan: «Tatort»: Friedhof der Kuscheltiere

Über den deutschsprachigen Tellerrand

Bad sex award 2017: Die Shortlist des Bad Sex in Fiction Award 2017, vergeben von der Zeitschrift Literary Review ist da – im Guardian mit den entsprechenden Textauszügen: Bad sex award 2017 shortlist: the contenders in quotes

Ganz bezaubernd ist die Reaktion von John Banville auf Twitter auf seine Nominierung:

In der Washington Post bespricht Patrick Anderson „Sleep No More“, eine Sammlung von sechs „murderous tales“ von P. D. James: For P.D. James, literary success came late in life, and continues in a new book

In der Chicago Tribune denkt John Warner über die Frage nach, warum Frauen die besseren Spannungsromane schreiben: The Biblioracle:Mystery and suspense: Why women write it better

Morde im Weltall: Im Guardian ist Alison Flood angetan von „Places in the Darkness“ von Chris Brookmyre: Places in the Darkness by Chris Brookmyre review – murder in zero-gravity

Außerdem im Guardian: Laura Wilson stellt „The best recent crime novels“ vor.

Das war’s für heute.

Viel Vergnügen mit den Links!

Herzlich,
Ihre
Kirsten Reimers

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